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Dieses Thema hat 3 Antworten
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Mr.Coke

Beiträge: 1.259


09.04.2013 07:23
PR-Kampagne für "Schweizer" Coca-Cola antworten



PR-Kampagne für "Schweizer" Coca-Cola

Getränkekonzern wiegelt gegen Parallelimporte auf...




Die Coca-Cola HBC Schweiz AG fährt eine teure Inseratenkampagne in Tageszeitungen und Fachzeitschriften, mit welcher wohl patriotische Reflexe ausgelöst und Parallelimporte verunglimpft werden sollen. Im hiesigen Gastgewerbe sind Zehntausende von Stellen bedroht, wenn die ungerechtfertigten "Schweiz-Zuschläge" auf Produktionsmitteln nicht endlich verschwinden. Wertschöpfung in der Schweiz rechtfertigt keinen Schutz vor Wettbewerb!

"In Coca-Cola steckt mehr Schweiz, als man denkt", lautet der Claim einer aktuellen PR-Kampagne des Getränkeriesen. Halb- und ganzseitige Inserate bereiten das Terrain für die Veröffentlichung einer Studie vor, die sich mit dem Wertschöpfungseffekt und der "lokalen Verankerung" von Coca-Cola beschäftigt. Schauen wir uns einige Passagen genauer an (Originaltexte der Coca-Cola HBC Schweiz AG fett und kursiv).

Coca-Cola beschäftigt in der Schweiz über 1000 Mitarbeitende und generiert direkt eine Wertschöpfung von 126 Millionen Franken. Insgesamt trägt Coca-Cola in der Schweiz zu einer Wertschöpfung von 1.2 Milliarden Franken und zur Sicherung von 16'500 Arbeitsplätzen bei.

Im schweizerischen Hotel- und Gastgewerbe sind 220'000 Personen beschäftigt. Rechnen wir wie Coca-Cola mit dem Faktor 16.5, so sind direkt und indirekt 3.63 Millionen Beschäftigte vom Gastgewerbe abhängig. Eigentlich hängen also fast alle Menschen in diesem Land von unserer Branche ab. Sollte das nicht zutreffen, ist vielleicht der Faktor 16.5 zu hoch…

Wertschöpfung in der Schweiz rechtfertigt keinen Schutz vor Parallelimporten und damit vor
Wettbewerb (Bundesverfassung, Artikel 94).

Würden die Produkte statt in der Schweiz hergestellt aus dem Ausland importiert, entginge der Schweizer Volkswirtschaft nicht nur ein Wertbeitrag von 84 Millionen Franken, sondern es wären auch 980 Arbeits- und Ausbildungsplätze verloren.

Soll das Valser Wasser eigentlich künftig im Ausland hergestellt werden, wenn die lästigen Parallelimporte von Coca-Cola nicht aufhören? Wird es dann keine Getränkelager, Marketing- und Verkaufsleute mehr hier geben?

Die grenznahe Gastronomie und die Tourismusbranche im ganzen Land befinden sich in einem heftigen internationalen Konkurrenzkampf. Im Schweizer Gastgewerbe sind Zehntausende von Arbeits- und Ausbildungsplätzen gefährdet, wenn es uns nicht gelingt, wieder international wettbewerbsfähig zu werden.

Deshalb verlangen wir von unseren Lieferanten, dass sie sich ebenfalls dem Wettbewerb stellen. Für das Funktionieren des Wettbewerbs sind Parallelimporte wichtig. Wenn sogar Firmen wie Feldschlösschen und Pistor anfangen, Coca-Cola parallel zu importieren, sagt das einiges aus.

Wichtig: Dem Wirteverband Basel-Stadt geht es um Fairness und nicht um den tiefsten Preis. Sonst würden wir in Polen statt in Deutschland einkaufen. Sobald bei uns Wettbewerbspreise zustande kommen, kaufen wir auch gerne wieder "Schweizer" Coca-Cola ein.

Tomas Gawlowski, Geschäftsführer Coca-Cola HBC Schweiz, erklärt zu den Ergebnissen der Studie: "Die lokale Verankerung ist weltweit ein wichtiger Teil der Philosophie von Coca-Cola und für uns hier in der Schweiz ein entscheidender Erfolgsfaktor… Wir wissen, dass wir teurer sind, wenn wir in der Schweiz produzieren, wir wollen diese starke Verbindung aber unter allen Umständen beibehalten und uns weiterhin für eine starke Partnerschaft zwischen Coca-Cola und der Schweizer Wirtschaft engagieren."

Leider lässt sich ein erheblicher Teil des Mehrpreises in der Schweiz nicht mit höheren Kosten erklären. Das Coca-Cola-System schöpft hier massiv Kaufkraft ab!

Coca-Cola ist der grösste Verbraucher von Zucker in der Schweiz. Zucker gehört zu den wenigen Lebensmitteln, die in der Schweiz günstiger sind als in der EU.

Die Wasseraufbereitung wird in der Schweiz vom Steuerzahler übernommen. Wie man in vielen Schnellverpflegungslokalen sieht, kann das Cola-Konzentrat problemlos ans Leitungswasser gehängt werden. In anderen Ländern braucht es dafür aufwendige Anlagen.

Und selbst wenn die Stückkosten in der Schweiz tatsächlich höher sein sollten, gibt das Coca-Cola noch lange nicht das Recht, sein nationales Vertriebssystem vor Wettbewerb zu schützen. Wer das zulässt, betreibt Strukturerhaltung. Für die meisten Schweizer Firmen gehört die Konkurrenz durch Importware zum normalen Alltag. Wohlstand entstand immer dort, wo ein freier Handel möglich war!

Mit einem Umsatzvolumen von rund 500 Millionen Litern pro Jahr ist Coca-Cola der grösste Produzent und Lieferant alkoholfreier Markengetränke der Schweiz. 90% der Produkte werden in der Schweiz… hergestellt und abgefüllt. 95% der dafür notwendigen Zutaten stammen von Schweizer Lieferanten.

Wir dachten, das Konzentrat komme direkt aus den USA, wo es nach sagenumwobenem Geheimrezept hergestellt wird. Die Lizenzgebühren bezahlt Coca-Cola HBC Schweiz übrigens in Franken. Die Frankenstärke hat dazu geführt, dass man in Atlanta mehr kassiert.

Die wirtschaftliche Tätigkeit von Coca-Cola in der Schweiz generiert 392 Millionen Franken an Steuereinnahmen. Coca-Cola zahlt selber verschiedene Steuern im Gesamtbetrag von 31 Millionen Franken. In der Zulieferkette fallen 127 Millionen Franken Steuern an und beim Verkauf im Detailhandel oder in Gaststätten weitere 234 Millionen Franken.

Das Schweizer Hotel- und Gastgewerbe liefert pro Jahr fast 900 Millionen Franken Mehrwertsteuern nach Bern ab. Unternehmens- und Lohnsteuern sowie Gebühren sind hier nicht enthalten.

Coca-Cola Hellenic, die Konzernmutter der Coca-Cola HBC Schweiz AG und zu 23 Prozent im Besitz der Coca-Cola Company, war die nach Marktwert grösste Firma Griechenlands. Vor kurzem wurde der Sitz nach Zug verlegt. Laut Spiegel Online "hatte sich der Konzern zuletzt über steigende Steuern in Griechenland beschwert". Vassilis Korkidis, Präsident der griechischen Händlervereinigung kommentierte den Vorgang so: "Die haben keinen ökonomischen Patriotismus." Der Schweiz dürfte Coca-Cola HBC (steht ursprünglich für Hellenic Bottling Company) aber längere Zeit erhalten bleiben – die British Virgin Islands und Panama haben an Reputation eingebüsst.




Quelle: www.baizer.ch


Gruß
Michael

www.cokeisit.de

coca-cola-cans.com

Beiträge: 7.986


09.04.2013 10:28
RE: PR-Kampagne für "Schweizer" Coca-Cola antworten

Habe ich das richtig verstanden? Es geht darum im Grunde darum dafür zu werben, dass Bereiche wie Gastronomie etc. dazu bewegt werden sollen, mehr "heimische" Coke zu vertreiben als die Ware beispielsweise aus Deutschland zu importieren?

Zitat
90% der Produkte werden in der Schweiz hergestellt und abgefüllt.

Heißt für mich im Umkehrschluss, dass in der Schweiz Dosen einen Marktanteil von max. 10% haben können (wenn nicht auch generell bestimmte Produkte aus dem Ausland kommen, wie bei uns z.B. Relentless). Oder gibt es inzwischen auch reine Schweizer Dosen?


Mr.Coke

Beiträge: 1.259


09.04.2013 11:36
RE: PR-Kampagne für "Schweizer" Coca-Cola antworten

Hier der Hintergrund:

Getränkekonzerne und Importeure zocken Wirte ab

Das schweizerische Gastgewerbe leidet unter den enorm hohen Produktionskosten.
Während die Unterschiede beim Einkauf von Fleisch, Gemüse und
anderen Lebensmitteln schon länger bekannt sind, gab es bisher nur wenige
Angaben über die Differenzen bei den Getränken. Traurige Erkenntnis: Sogar
Rivella ist in der Schweiz massiv teurer als in Deutschland!


Eine Beschäftigtenstunde in der Schweiz kostet fast doppelt so viel wie in Deutschland. Bei
den Warenkosten sind die Unterschiede teilweise noch grösser. Fleisch kostet oft drei Mal so viel wie
in Deutschland, Tiefkühl-Pommes vier Mal so viel und Gemüse bis fünf Mal so viel.
Aber nicht nur Agrarprodukte sind in der Schweiz viel teurer. Auch beim Einkauf von Bier, Mineralwasser
und anderen Getränken sparen die Gastronomen in den Nachbarländern im Vergleich zu
ihren Schweizer Kollegen viel Geld. Die Getränkekonzerne und ihre schweizerischen Vertriebsgesellschaften
passen die Verkaufspreise einfach der heimischen Kaufkraft an!

In der Schweiz wären Preise, die 30 Prozent über den deutschen liegen, durchaus mit höheren Gemeinkosten
erklärbar. Beim aktuellen Eurokurs von 1.20 liegen die meisten Preise in der Schweiz
aber 50 bis 150 Prozent höher! In einzelnen Fällen sind die Unterschiede noch grösser. So kostet
die Halbliterflasche Schneider Weisse in der Schweiz fast drei Mal so viel wie in Deutschland.
Und Feldschlösschen würde wohl Carlsberg besser bei einem deutschen Getränkegrossisten
beziehen statt bei seinem Mutterhaus in Dänemark: Die 33cl-Flasche kostet in der Schweiz
2.6 Mal mehr als in Deutschland!
Ohne mit der Wimper zu zucken, setzen die internationalen Getränkekonzerne ihre überhöhten
Preise in der Schweiz durch. Währungsgewinne werden einbehalten, wobei es nicht zuletzt darum
geht, das ausgeklügelte Preisgefüge nicht zu gefährden. Würde nämlich eine 33cl-Flasche Carlsberg
in der Schweiz zum deutschen Preis (65 Rappen) verkauft, so liesse sich am Markt der Preis der
gleichen Menge Feldschlösschen (CHF 1.23) nicht mehr durchsetzen.
Es sind aber nicht nur ausländische Konzerne wie Carlsberg, Heineken oder Coca Cola, die Gastronomen
und Konsumenten abzocken. Für eine 33cl-Flasche Rivella bezahlen Schweizer Wirte 67
Prozent mehr als ihre deutschen Kollegen! Offenbar verbilligt der Transport das Produkt. Vielleicht
sollten wir es noch etwas weiter transportieren und dann wieder in die Schweiz importieren…

Quelle: www.baizer.ch
Dort gibt es auch ein Vergelchstabelle.


Gruß
Michael

www.cokeisit.de
coca-cola-cans.com

Beiträge: 7.986


09.04.2013 13:00
RE: PR-Kampagne für "Schweizer" Coca-Cola antworten

Aha.

 Sprung  

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