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 Dosen allgemein
SethSothell Offline



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18.02.2012 13:28
Dosen drängen wieder in den Supermarkt Zitat · Antworten

Quelle: Kölnische Rundschau, http://www.rundschau-online.de/html/arti...919418584.shtml

Dosen drängen wieder in Supermarkt
Von Victoria Schneider, 31.01.12, 15:03h

Lange war sie verschwunden, jetzt geben sich die Hersteller umweltfreundlich. Die Dose erlebt in vielerlei Form ein Comeback in den Supermarktregalen. Doch was für einen Weg legt sie eigentlich zurück von der Produktion bis ins Regal?

Dosen. Dutzende, im Miniformat mit Nüssen, Gummibärchen oder Schokolade, im gewohnten 33cl-Format mit jeglicher Art von Erfrischungsgetränken. Nur der Kaffee kommt aus der Kanne. Die Dosen stehen auf den Tischen im Konferenzraum des Weißblechwerks Rasselstein, dort, wo das Material gefertigt wird, aus dem später Dosen werden. Der europäische Verband der Getränkedosenhersteller (BCME) hat zu einer zweitägigen Medienreise eingeladen, um die Journalisten davon zu überzeugen, dass sich die Dose gewandelt hat.
Was sie sagen, klingt nach einer Verschwörung: Politiker, die falsch entschieden haben, ein funktionierender Wettbewerb, der einfach kaputt gemacht wurde, ein drastischer Rückgang der Verkaufszahlen. Die Folge: Der Dose ging es ganz lange ganz schlecht, sie krankte an ihrem schlechten Ruf, wurde durch die Einführung des Einwegpfandes in Deutschland fast um ihre Existenz gebracht. Fast. Denn die Dose hat im BCME eine Lobby, die so lange für sie gekämpft hat, dass sie seit einiger Zeit wieder in den Regalen stehen darf. Und das erfolgreich: Seit Einführung des Einwegpfandes 2003 wurden in Deutschland erstmals wieder über eine Milliarde Getränkedosen verkauft.

Erste Station: Das Weißblechwerk in Rasselstein

Im Konferenzraum wird offiziell begrüßt. Ganz kurz, denn es gibt Wichtigeres zu kommunizieren, es gibt etwas klarzustellen: Die BCME-Herren in schwarzen Anzügen fühlen sich immer noch von Politik und Umweltschützern geschasst. Empören sich noch immer über die Einführung der Pfandpflicht im Jahr 2003, mit der die Dosen plötzlich aus den Sortimenten der Supermärkte verschwanden. "Das Thema nervt extrem", sagt Welf Jung, Sprecher des BCME Deutschland.

Auch Ulrich Roeske von der Rasselstein GmbH findet die Thematik einfach nur "unsäglich". Es gehe zu weit, "Umweltpolitik zu missbrauchen, um Mittelstandspolitik zu machen." Denn, so lassen sie einstimmig verlauten: Gebracht habe die Einführung des Pfandsystems niemandem etwas. Ganz im Gegenteil: Sie habe ihren Wettbewerb ruiniert. Aufgeben wollten sie jedoch nicht, auch nicht, als der Umsatz auf dem deutschen Markt 2004 um mehr als die Hälfte sank. Der BCME wollte kämpfen. Mit dem Ziel "die Dose wieder dorthin zu führen, wo sie mal war", sagt Welf Jung. Sechs Milliarden im Jahr. Zurück in die Supermarktregale, zurück in die Kühlschränke und in die Hände der fußballguckenden, feiernden und auf-dem-Sofa-liegenden Menschen, die sich inzwischen auch ohne die Dose arrangiert zu haben scheinen. Nach einem Rundgang durch das Werk, in dem Stahlplatten zu dünnen Weißblechrollen gemacht werden, führt ein Shuttlebus zur nächsten Station: Dem Sitz von Ball Packaging Europe, einem von drei Dosenherstellern Europas.

Zweite Station: Ball Packaging Europe in Weißenthurm

Wieder Dosen auf den Tischen. Wolfgang Hinkel hat gute Laune. Er steht vor einer weißen Wand, auf die er seine Powerpoint-Präsentation projiziert. Seit der Einführung eines bundesweiten Rücknahmesystems 2006 sind die Absätze seiner Dosen wieder steigend, sagt der Managing Director von Ball, vor allem weil Edeka und die Discounter Penny und Netto die Dose 2010 wieder in ihr Sortiment aufgenommen haben. Auch er setzt einen Schwerpunkt auf die Bösewichte in der Politik und bei den Umweltschützern, kommt aber auch auf das zweite Lieblingsthema der BCME-Mitglieder zu sprechen: Nachhaltigkeit. Was früher als umweltschädlich und schwer zu recyceln galt, sagt er, ist heute so, wie es im Bio-Zeitalter sein muss: umweltfreundlich, grün und trendig. "Wir reden über Nachhaltigkeit und handeln auch entsprechend", heißt es in einer Broschüre von Ball Packaging. "Die Dose ist heutzutage an manchen Stellen dünner als ein menschliches Haar", sagt Hinkel voller Stolz. Heißt: Die moderne Dose wird laut Hersteller materialschonend hergestellt.

Das führt auch zu dieser Aussage Welf Jungs: "Die Dose ist ein ökologischer Top-Performer". Und: "Die Dose ist die meist recycelte Verpackung der Welt".

In der Tat sind die Dosen von heute anders als jene, die vor zwanzig Jahren Umweltschützer in Aufruhr versetzten. Dennoch hat sich die Aufregung nicht gelegt. Die Argumente des BCME wie auch das, dass sich mit der Einführung des Rücknahmesystems die Recyclingquote der Getränkedose auf 95 Prozent erhöht hat, stoßen auf Kritik. "Das lässt sich nicht 1:1 umsetzen", sagt Frederike Farsen von der Verbraucherzentrale NRW. Es komme trotzdem immer wieder neues Material aus dem Ausland und "das andere löst sich ja nicht in Luft auf." Der BCME sieht das anders.

Dritte Station: Rhenus Recycling GmbH in Essen

Das Zählzentrum der Rhenus Recycling GmbH ist eine große Halle. Der Geräuschpegel ist hoch, es riecht, als wäre man kopfüber in einen Flaschen-Rückgabeautomaten gefallen, ein Gemisch aus abgestandenem Bier und alten, klebrigen Getränken. Hier werden jene Einwegverpackungen aufgearbeitet, die nicht über Automaten, sondern in Tankstellen und Kiosken in großen Plastiktüten gesammelt werden.

Rund zwanzig Arbeiter bedienen die tosenden Maschinen, die die Einweg-Pakete zunächst zählen. Danach trennen sie die Materialien voneinander (Plastik, Stahldose, Aludose) und am Ende - im Falle der Dose - spucken sie sie als Schrottpakete wieder aus.

Diese, erklärt Christoph Bildstein, der Geschäftsführer des Recyclinghofes, würden dann verkauft. Für viel Geld, der Schrottpreis steigt stetig. Abnehmer sind Firmen wie ThyssenKrupp.

Letzte Station: ThyssenKrupp Stahlwerk in Duisburg

Auf neun Quadratkilometern erstreckt sich das Areal, eine Art industrieller Jurassic Park - anstatt Dinosauriern leben hier nur riesige, röhrende Maschinen. Dunkle Dampf-spuckende Türme, Eisenbahngleise für den Transport des tonnenschweren Stahls. "Aus der Dose wird eine neue Dose" ist das Motto der Lobbyisten - das Stahlwerk soll die Tour thematisch abschließen.

Doch so einfach wie das mit dem Kreislauf klingt, so komplex ist die Realität. Denn bevor eine Dose wieder eine Dose werden kann, muss sie eingeschmolzen werden. In einem tonnenschweren Behälter voll glühender Stahlmasse. Auf mehr als 1000 Grad wird das Material erhitzt, der Energieaufwand ist so hoch, dass Firmen wie ThyssenKrupp Schrott nur in Zusammensetzung mit Primärmaterial einschmelzen: Aus Brasilien importiertes Eisen, "das über 70 Prozent" einer Einschmelzung ausmache, wie Wolfgang Volkhausen vom Stahlwerk sagt. Nur mit sehr viel Energie kann also eine neue Dose produziert werden.

In den Vorträgen der Dosenlobbyisten fehlen Aspekte wie dieser. Ihre Aussagen basieren auf einer von ihnen in Auftrag gegebenen Studie beim Heidelberger Institut für Energie- und Umwelttechnik (Ifeu), die nicht unumstritten blieb. Die Deutsche Umwelthilfe (DUH) reichte vor einem Jahr Klage gegen den BCME ein, weil dieser die Ergebnisse jener Studie "falsch interpretiert" und dem renommierten Ifeu-Institut "nachweislich falsche Angaben" zu den Konkurrenz-Verpackungen gemacht habe. Eine Irreführung der Verbraucher, sagte die DUH. Das Ifeu distanzierte sich öffentlich von den Aussagen der Dosenindustrie, der BCME unterschrieb die von der Umwelthilfe vorgelegte Unterlassungserklärung bezüglich einiger Aussagen, bevor es zum Prozess kam. Und schwieg.

Bis heute. Es geht schließlich um die Gunst des Verbrauchers. Und die Vorwürfe passen nicht zum neuen Image. Denn das - so steht es zumindest in einer der vielen Image-Broschüren der BCME - ist "öko-logisch!".

Ich Bins! Offline



Beiträge: 575
Punkte: 46

15.05.2012 12:25
#2 Umfrage: Mehr Deutsche greifen zu Getränkedosen Zitat · Antworten

Umfrage: Mehr Deutsche greifen zu Getränkedosen


Jeder fünfte Deutsche greift einer Umfrage zufolge mindestens ein- oder zweimal pro Woche zu einer Getränkedose. Damit verdoppelte sich der Anteil von neun Prozent im Jahr 2007 auf nunmehr 20 Prozent, wie aus einer am Montag in Düsseldorf veröffentlichten Studie der Gesellschaft für Konsumforschung (GfK) im Auftrag einer Vereinigung von Dosenherstellern hervorgeht. Bei den Jugendlichen kauft sogar fast jeder Zweite (47 Prozent) regelmäßig eine Dose.


Quelle: Stern.de http://www.stern.de/news2/aktuell/mehr-d...en-1826955.html

coca-cola-cans.com Offline




Beiträge: 8.275
Punkte: 5.383

15.05.2012 21:05
#3 RE: Umfrage: Mehr Deutsche greifen zu Getränkedosen Zitat · Antworten

Da geht einem doch das Herz auf wenn man sowas liest.

Wenn man unten bei Schlagwörter auf "Getränkedose" geht und dann in der Übersicht runter geht kommt man auf einen Artikel zur Pfandeinführung in dem u.a. folgendes steht:

Immer mehr Menschen verlieren ihren Job, die Sozialabgaben steigen und die Wirtschaft lahmt - inmitten der tief greifenden Krise tobt auf einem Nebenschauplatz ein Kampf, den viele Bundesbürger inzwischen nur noch mit Kopfschütteln quittieren: Es geht um die Dose und die Wegwerfflasche. "Der Schwachsinn kennt an dieser Stelle keine Grenzen", meinte CDU-Parteivorsitzende Merkel dazu kürzlich im Bundestag. Es könne doch nicht sein, dass das "zentrale Problem" Deutschlands sei, "ob kleine Glasfläschchen mit Apfelsaft auch bepfandet werden".

http://www.stern.de/wirtschaft/news/kamp...zen-510541.html

Irgendwie ist mir die Frau auf einmal sympatisch.

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